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Birkenstock Box

Konversation

Die Birkenstock Box – Ein mobiles Retail-Experiment

Normalerweise kommen Schuhe in einer Box. Diese Sandalen sind gleich im Inneren einer Box zu kaufen.
Ein überdimensionaler Schuhkarton ist die wohl erste Assoziation beim Anblick der „Birkenstock-Box“.

Silbern und glänzend von außen, von innen mit Birke verkleidet, handelt es sich bei der Box um einen mobilen Shop-Container, der unter anderem in Seoul, New York und Los Angeles haltmacht. Dabei passt sich sein Design dem individuellen Standort an. Zur Berliner Modewoche eröffnet die Birkenstock-Box exklusiv im Hof von Andreas Murkudis in der Potsdamer Straße 81, Berlin. Judith Haase und Pierre Jorge Gonzalez, die Architekten der Ladeninnenräume von Andreas, waren verantwortlich für das Design der Box. Das Innere zeigt eine exklusive Auswahl an Kleidung und Objekten von Labels wie Yohji Yamamoto, Kolor und Aspesi, die die Kollektion „Andreas Murkudis x Birkenstock“ der Arizona-Sandale begleitet.

 

Im Zuge der Eröffnung sprachen wir mit den Architekten Gonzalez Haase AAS über Retail-Design, die Birkenstock-Box und ihre besondere Beziehung zu Andreas Murkudis:

Was macht gutes Retail-Design aus?

JH: Gutes Retail-Design darf niemals die ausgestellte Ware überlagern. Der Ort muss einen Rahmen bieten, der der Ware Raum gibt, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Licht spielt eine wichtige Rolle – ohne Licht gibt es keinen Raum.

PJG: Es ist ein Ort, von dem man nicht so schnell gelangweilt ist. Im Idealfall kommt man gerne wieder. Das findet man in der Realität höchst selten. Andreas Murkudis’ Laden hat das geschafft: Man kommt wieder und wieder.

Ist es das erste Mal, dass Sie mobile Architektur entwerfen? Wenn ja, war es eine Herausforderung?

JH: Ja, es ist das erste Mal für uns. Ich glaube nicht, dass der Aspekt des Beweglichen die eigentliche Herausforderung war, vielmehr die optimale Installation in einem bereits existierenden Container unterzubringen. Wir mussten unseren üblichen Arbeitsprozess ein wenig verändern, da es mehr um die Ausgangsidee als um ein perfektes und detailliertes Ergebnis ging.

PJG: Ich würde sagen, ja und nein. Wir entwerfen häufig Set-Designs. Das ist im weitesten Sinn bewegliches Design, da es sich ebenfalls auf verschiedene Orte anwenden lassen muss. Wir haben uns also mit einem ähnlichen Ansatz der Birkenstock-Box genähert.

Andreas’ Laden ist eine große weiße Fläche. Im Vergleich dazu ist die Birkenstock-Box sehr klein. Welche Rolle spielt Größe in Ihrer Arbeit?

JH: Unser Ansatz bezieht sich immer auf den vorhandenen Raum, ganz egal ob groß oder klein.

PJG: Im Falle dieses Projektes ist ein interessanter Kontrast entstanden. In Andreas’ Laden bewegt sich der Besucher frei. In der Birkenstock-Box wird sein Weg durch die Installation stringent vorgegeben.

 

 

Wie ist die ästhetische Beziehung der Box zu Andreas’ Laden gestaltet? Wie korrespondieren die beiden Räume?

JH: Wir haben die Box als eine Art Spiegel angelegt. Ihre Ausrichtung auf der Terrasse vor dem Eingang zu Andreas’ Laden macht das deutlich. Die Terrasse wird zur Spiegelachse und die zwei Fensterfronten stehen sich gegenüber. Die beiden Räume verbinden sich also an ihrer empfindlichsten und durchsichtigsten Stelle.

Was war die Inspiration für das Design der Box?

JH: Eine Erweiterung von Andreas’ Laden sollte die Box sein. Die drei geschlossenen, fensterlosen Seiten zeigen zum Hof. Auf diese Weise verschwindet die Box optisch in der urbanen Struktur des Hofes. Nur aus dem Laden von Andreas heraus betrachtet, sieht man das gesamte Innere der Box. Beide zusammengenommen werden also zu einer geschlossenen Einheit, einem temporären Ökosystem.

Wie ist Ihre Beziehung zu Andreas? Wie ist es, mit ihm zu arbeiten?

JH: Wir kennen Andreas nun seit 2003. Damals haben wir das Innere seines Ladens in der Potsdamer Straße entworfen. Seither arbeiten wir eng zusammen. Wir sprechen dieselbe Sprache. Er begegnet uns mit großem Vertrauen und zu Beginn eines Projektes sind wir völlig frei. Wenn der erste Entwurf steht, setzen wir uns zusammen und Andreas lässt sich völlig auf unsere Ideen ein. Das ist selten und macht ihn zu einem tollen Gegenüber. Wir schätzen ihn sehr für sein Talent und sein einzigartiges Auge für gutes Design.

Birkenstock Box Andreas Murkudis Gonzalez Haase

Die Birkenstock Box öffnet vom 7. bis einschließlich 22. Juli 2017 in der Potsdamer Straße 81, Berlin.

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