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Projekte

Olav Christopher Jenssen

Ausstellung
16 September – 28 Oktober 2017 Eröffnung 15 September 2017
18 – 21 Uhr
Der Künstler ist anwesend

Hinter den Bergen

Gemälde von Olav Christopher Jenssen 

Katja Blomberg

Olav Christopher Jenssens abstrakte Malerei wächst seit Jahren beständig in unterschiedliche Richtungen geometrischer oder vegetativer Ordnungen. Dabei reicht die Skala von klaren Farben und flächigen Formen bis zu transparent wuchernden Gespinsten, die sich verdichten und hohe räumliche Wirkung entfalten. Bei allen stilistischen Überraschungen, die Jenssens Werk immer wieder bereithält, spürt der Betrachter die tiefe Verwandtschaft der einzelnen Werkgruppen untereinander. Anfang der 80er-Jahre hatte der 1954 in Nordnorwegen geborene Künstler bereits ein Grafik- und Kunststudium in Oslo sowie einen längeren Aufenthalt in New York hinter sich. Seit dieser Zeit unterhält Jenssen Ateliers in Berlin und im südschwedischen Lya. Im Atelier in Lya sind 2016 und in diesem Sommer die jüngsten Gemälde seiner „Transmontane Paintings“ entstanden. 

Processed With VSCO With A6 Preset
Processed With VSCO With A6 Preset

Wie alle Werkserien sind auch diese Bilder langsam als Gruppe zusammengewachsen. Gewöhnlich arbeitet Jenssen an mehreren großformatigen Leinwänden gleichzeitig, die eng nebeneinander an der Atelierwand lehnen. Über Wochen werden sie bearbeitet, in Ruhe gelassen, weiterbearbeitet und wieder längere Zeit betrachtet, bis sie Schicht für Schicht einem Zustand entsprechen, der anhält, aber nicht abgeschlossen ist. Während des Prozesses schreiben sich auf der präparierten Leinwand farbige und weiße Linien ein. Sie schieben sich vor- und übereinander. Es entstehen dreidimensional wirkende, transparente Räume, die dem Betrachter den Einblick in das Davor und Dahinter und dahinter und dahinter erlauben, bis der Blick auf den weißen Grund trifft. Vor seinen Augen verästeln sich unregelmäßige, amorphe Netzwerke. Neben transparent-leichten Zonen verdichten sich im Hintergrund dunkle Felder, die wie Energiewolken wirken. Alles scheint in Veränderung und bleibt fragmentarisch offen. Nichts ist abgeschlossen, Ziel und Ende sind nicht in Sicht. 

Jenssens sicheres Gespür für ein homogenes Gesamtkolorit bewegt sich in den neuen Gemälden zwischen lichten Rosa- und Violetttönen, die punktuell bis zum Gelb und Orange gesteigert werden, sowie zwischen Aquamarin- und Grüntönen, die bis zum tiefen Anthrazit hinunterreichen und die Assoziation einer artenreichen Unterwasservegetation nahelegen.

Mit dem Titel „Transmontane“ greift Jenssen einen lateinischen Begriff auf, der heute aus dem Sprachgebrauch weitgehend verschwunden ist. Markierten in der Antike die Gebiete hinter den Gebirgen noch das Ende der Welt, so vermuten wir in globalisierten Zeiten, dass alles bekannt und beherrschbar ist. „Transmontane“ weist in eine unbekannte Richtung. Sie scheint uns eine Tür ins Hinterland jener Gebirge zu öffnen, die uns im Leben im übertragenen Sinne permanent als Hindernisse im Weg stehen. „Transmontane“ verweist auf ein fremdes Land, in dem wir auf unsicherem Boden allein auf unsere Instinkte angewiesen sind. Aus dieser Haltung des instinktsicheren Tastens heraus arbeitet Jenssen an seinen Bildern.

Im Gegensatz zur zivilisierten Zone der Kultur herrschen transmontan-chaotisch wirkende Kräfte einer freien Natur. Auf den Bildern breitet sich undurchdringliches Dickicht aus. Hängende Paradiesgärten entfalten Netzwerke aus Farbe und Licht. Flechten entwachsen dem abstrakten Duktus des Künstlers. Sie bewegen sich schwebend, als wären sie frei von Raum und Zeit. Unterschiedliche Linien- und Farbstimmungen laden die Bilder wie mit feiner elektrischer Energie auf. Emotionalität gibt ihnen eine Gesamtspannung, die zugleich gebannt und entfesselt wird. Die Gemälde könnten auch Mindmaps sein, die die Unzulänglichkeiten im Leben mit ihren Auf und Abs, Momenten des Zweifelns und der Freude widerspiegeln. Hinter diesen widerstreitenden Kräften steht der unbewusste Wunsch nach einem paradiesischen Zustand, der in seiner Unerreichbarkeit immer wieder zum Scheitern verurteilt ist. Zugleich liegt hier die motivierende Kraft für immer neue Serien. Olav Christopher Jenssens Serien verzweigen sich über längere Zeiträume immer wieder in neue Richtungen. Ihnen liegt kein Konzept und keine Botschaft zu Grunde als das Leben selbst.

Öffnungszeiten

Andreas Murkudis
Potsdamer Straße 98                                      
10785 Berlin  

Di-Sa 12-18 Uhr 

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